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Grundlagen · Verteiltes Rechnen

Was ist BOINC?

BOINC bündelt die ungenutzte Rechenleistung tausender privater Computer weltweit und stellt sie wissenschaftlichen Forschungsprojekten zur Verfügung – ehrenamtlich, freiwillig und im Hintergrund.

PROJEKT-SERVER
Tausende private Rechner · eine gemeinsame Berechnung

01Die Plattform, nicht das Projekt

BOINC steht für Berkeley Open Infrastructure for Network Computing und wurde 2002 an der University of California, Berkeley entwickelt – von demselben Team, das zuvor SETI@home aufgebaut hatte.

Wichtig für das Verständnis: BOINC ist selbst kein Forschungsprojekt. Es ist eine kostenlose, quelloffene Software-Plattform, auf der beliebige wissenschaftliche Projekte aufsetzen können, um Rechenleistung von Freiwilligen zu nutzen. Man kann sich BOINC als die technische Infrastruktur vorstellen – vergleichbar mit einem Betriebssystem für verteiltes Rechnen –, auf dem einzelne, voneinander unabhängige Projekte wie Einstein@Home, Rosetta@home oder World Community Grid laufen.

Kurz gesagt: BOINC liefert die Technik. Die Forschungsfrage, die Daten und die Auswertung gehören jeweils zum einzelnen Projekt.

02So funktioniert das Prinzip

Der Ablauf folgt bei nahezu allen BOINC-Projekten demselben Muster:

Arbeit aufteilen

Ein Forschungsprojekt zerlegt eine sehr große Berechnung – etwa die Analyse von Messdaten oder eine Simulation – in kleine, unabhängige Arbeitspakete.

Paket herunterladen

Der BOINC-Client, eine kleine Software auf dem Rechner der Teilnehmenden, lädt automatisch ein solches Arbeitspaket vom Projekt-Server herunter.

Im Leerlauf berechnen

Die Berechnung läuft im Hintergrund, meist nur wenn der Rechner ohnehin nicht ausgelastet ist – konfigurierbar nach Priorität, Zeitfenster und Ressourcen.

Ergebnis zurücksenden

Das fertige Ergebnis wird hochgeladen und häufig zur Qualitätssicherung von mehreren Teilnehmenden unabhängig berechnet und verglichen.

03Warum Forschungsprojekte davon profitieren

Für die beteiligten Institute bringt dieses Modell handfeste Vorteile, unabhängig davon, welches konkrete Projekt auf BOINC läuft:

Rechenleistung im Großrechner-Maßstab

Zehntausende freiwillige Rechner ergeben in Summe eine Kapazität, die sonst nur große Supercomputer-Cluster erreichen.

Geringe Infrastrukturkosten

Es muss keine eigene Rechenhardware angeschafft, betrieben und gewartet werden – Forschungsgelder fließen direkt in die Wissenschaft.

Flexible Skalierung

Steigt die Zahl der Teilnehmenden, wächst die verfügbare Rechenleistung automatisch mit – ganz ohne zusätzliche Investition.

Eingebaute Qualitätssicherung

Durch mehrfache, unabhängige Berechnung derselben Aufgabe lassen sich fehlerhafte oder manipulierte Ergebnisse zuverlässig erkennen.

Weltweite, dezentrale Zusammenarbeit

Teilnehmende aus aller Welt tragen bei – rund um die Uhr, ohne zentrale Koordination einzelner Standorte.

Sichtbarkeit für die Wissenschaft

Projekte gewinnen öffentliche Aufmerksamkeit und erklären ihre Forschung einem breiten, interessierten Publikum – echte Bürgerwissenschaft.

Als Nächstes

Das ist die Grundidee hinter BOINC als Plattform. Welche konkreten Projekte darauf laufen – und woran ich mich davon aktiv beteilige – zeige ich im nächsten Abschnitt dieser Seite.

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