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BOINC-Projekt · seit 2004

LHC@home

LHC@home stellt Rechenzeit für den Large Hadron Collider (LHC) am CERN bereit – den größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Freiwillige helfen dabei, die Teilchenstrahlen im Beschleuniger zu simulieren und theoretische Vorhersagen mit echten Kollisionsdaten zu vergleichen.

Gegründet2004
BetreiberCERN, Genf
Anwendungen4 parallele Apps
FokusTeilchenphysik · Beschleunigerdesign
27 KM RING · GEGENLÄUFIGE TEILCHENSTRAHLEN
Zwei Strahlen, ein Ring, periodische Kollisionen – simuliert auf privaten Rechnern

01Über das Projekt

Der Large Hadron Collider ist ein 27 Kilometer langer Teilchenbeschleuniger am CERN bei Genf, in dem Protonen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht werden. LHC@home nutzt seit 2004 die Rechenzeit von Freiwilligen, um diesen Beschleuniger und die an ihm gewonnenen Daten zu untersuchen – damit gehört es zu den ältesten noch aktiven BOINC-Projekten überhaupt.

Ursprünglich liefen dafür zwei getrennte Plattformen: die klassische Beschleuniger-Simulation und, ab 2011, eine zweite Plattform für virtualisierte Physik-Simulationen. 2016 wurden beide unter dem Namen LHC@home zusammengeführt. Heute laufen mehrere unabhängige Anwendungen parallel auf derselben Infrastruktur.

02Die vier Anwendungen

Wer LHC@home installiert, kann wählen, welche der folgenden Anwendungen der eigene Rechner bearbeitet:

Beschleunigerphysik

SixTrack

Die ursprüngliche Anwendung seit 2004: simuliert die Bahn von Teilchen im Beschleunigerring über Millionen Umläufe, um Strahlstabilität zu prüfen und den LHC sowie geplante Ausbaustufen zu optimieren. Läuft nativ, ohne Virtualisierung, und läuft auf den meisten Betriebssystemen.

Theorie

Test4Theory

Simuliert hochenergetische Teilchenkollisionen auf Basis des Standardmodells der Teilchenphysik mit Monte-Carlo-Methoden. Die Ergebnisse werden mit echten Kollisionsdaten aus dem LHC verglichen, um theoretische Modelle zu prüfen und zu verfeinern. War die erste BOINC-Anwendung, die dafür eine virtuelle Maschine (CernVM) nutzte.

Experiment

ATLAS@home

Unterstützt die Simulationsarbeit für das ATLAS-Experiment, einen der großen Teilchendetektoren am LHC, der 2012 an der Entdeckung des Higgs-Bosons beteiligt war.

Experiment

CMS@home

Übernimmt dieselbe Aufgabe für das CMS-Experiment (Compact Muon Solenoid) – den zweiten großen Detektor, der unabhängig zur Higgs-Entdeckung beitrug.

Eine frühere fünfte Anwendung, LHCb@home, lief von 2013 bis 2018 und wurde danach eingestellt.

03Warum das für CERN wertvoll ist

Was LHC@home von vielen anderen BOINC-Projekten unterscheidet: Bei den virtualisierten Anwendungen läuft auf dem heimischen Rechner ein Ausschnitt derselben Software, mit der die Forschungsteams von ATLAS, CMS und der Theoriegruppe auch auf den CERN-eigenen Rechenzentren arbeiten. Freiwillige liefern damit reale, nutzbare Simulationsergebnisse – keine vereinfachte Abwandlung.

Der Nutzen ist doppelt: Zum einen lässt sich der physische Beschleuniger selbst nur begrenzt oft testen und umbauen, entsprechend wertvoll sind Simulationen seiner Strahlphysik. Zum anderen entstehen bei echten Kollisionen im LHC weit mehr Ereignisse, als sich mit den Rechenzentren am CERN allein mit Theorie-Vorhersagen abgleichen ließen – zusätzliche Rechenleistung aus aller Welt schließt diese Lücke.

seit 2004 durchgehend aktiv, eines der ältesten BOINC-Projekte
~30 TFLOPS gemeinsame Rechenleistung der Freiwilligen (Stand: Frühjahr 2025)
Als Nächstes

Das war LHC@home – Beschleuniger- und Teilchenphysik-Simulationen für CERN. Im nächsten Teil dieser Seite geht es um ein weiteres BOINC-Projekt, an dem ich mich beteilige.

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