World Community Grid (WCG) bündelt Rechenleistung für humanitäre und biomedizinische Forschung. Statt an einer einzelnen Fragestellung zu arbeiten, ist WCG ein Dach für mehrere unabhängige Unterprojekte aus den Bereichen Gesundheit, Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit.
World Community Grid wurde 2004 von IBM als Vorzeigeprojekt für verteiltes Rechnen ins Leben gerufen. Seit 2021/2022 wird es vom Krembil Research Institute, Teil des University Health Network in Toronto, betrieben und wissenschaftlich geleitet von Dr. Igor Jurisica.
Das Grundprinzip: Millionen Kombinationen aus Molekülen, Proteinstrukturen oder Simulationsparametern lassen sich am Computer vorab durchrechnen, bevor ein Labor überhaupt einen einzigen Versuch startet. WCG durchsucht diese riesigen Möglichkeitsräume und filtert die aussichtsreichsten Kandidaten heraus – die knappe Laborzeit der Forschungsteams fließt so gezielt in das, was wirklich vielversprechend aussieht.
World Community Grid ist selbst kein einzelnes Forschungsvorhaben, sondern ein Dach für mehrere, fachlich unabhängige Unterprojekte. Aktuell aktiv sind unter anderem:
Eines der am längsten laufenden WCG-Projekte. Es vergleicht Millionen Datenpunkte aus gesunden und erkrankten Gewebeproben, um molekulare Marker für eine frühere Krebserkennung und individuellere Behandlung zu finden.
Simuliert Regenwetter in Subsahara-Afrika, wo rund 95 % der Landwirtschaft von Niederschlägen abhängt. Genauere Vorhersagen helfen Landwirten bei Aussaat und Ernteplanung.
Sucht gezielt nach Wirkstoffkandidaten gegen Schlüsselproteine, die an verschiedenen Krebsarten im Kindesalter beteiligt sind – ein Bereich, der in der Forschung oft unterrepräsentiert ist.
Seit 2004 sind auf World Community Grid weit über zwanzig Unterprojekte entstanden und teils bereits abgeschlossen. Eine Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Das war World Community Grid als Dach-Projekt und seine Unterprojekte im Überblick. Im nächsten Teil dieser Seite geht es um ein weiteres BOINC-Projekt, an dem ich mich beteilige.