Veröffentlicht am 15. August 2026
Ich habe schon ein Video zum Thema KI aufgenommen, in dem ich erkläre, wie die derzeitige Lage ist und warum man nicht auf KI setzen sollte. Das ist ein 3,5-Stunden-Video, in dem ich auf alle Sichtweisen eingehe – ohne Fachchinesisch und mit vielen Beispielen. Das Video ist echt lang, aber ich bespreche darin auch alles, was für Firmen relevant ist. Insbesondere dann, wenn Sie vorhaben, viel Geld zu investieren. 3,5 Stunden sind wenig, wenn Sie 500.000 Euro sparen.
Ich verdiene mit dem Video kein Geld und muss mich erst mal um die Dinge kümmern, die Geld einbringen. Das ist für mich momentan einfach sinnvoller.
Sie können mich gerne für einen Tag als KI-Berater buchen: 3.990 € netto zzgl. Anfahrt.
Sie können aber auch auf das Video warten. Wenn Sie erinnert werden möchten, können Sie sich gerne für den Newsletter eintragen.
Hier in diesem Bericht habe ich die wichtigsten Aussagen aus den Berichten der letzten Wochen für Sie herausgeschrieben.
Nvidia-VP Bryan Catanzaro sagte, dass KI bei bestimmten Anwendungen derzeit teurer sein kann als ein menschlicher Mitarbeiter. Die Aussage ist besonders bemerkenswert, weil sie von einem führenden KI-/Chipunternehmen stammt.
Artikel bei FortuneMicrosoft-Berichte zeigen laut Fortune ein ähnliches Problem: Die Kosten der Nutzung von KI können bei bestimmten Arbeitsabläufen höher liegen als die Kosten menschlicher Arbeit. Ein wesentlicher Faktor sind tokenbasierte Abrechnungsmodelle und die starke Nutzung von KI-Agenten.
Artikel bei FortuneBei Amazon verursachte ein KI-Projekt mit Claude Sonnet unerwartete Kosten von rund 1,8 Mio. US-Dollar. Das Budget lag bei etwa 187.000 Dollar. Das Problem wurde erst nach fünf Monaten erkannt. Weitere Beispiele: rund 541.000 Dollar bei einem Finanz-Audit-Projekt und 134.000 Dollar bei einer Logistik-Anwendung.
Wichtig: Amazon bezeichnet diese Fälle als einzelne Lernbeispiele und nicht als repräsentativ für den gesamten KI-Einsatz.
Artikel bei Financial TimesObwohl die Kosten einzelner KI-Tokens stark gefallen sind, steigen die Gesamtausgaben weiter. Der Grund: Unternehmen verwenden KI wesentlich intensiver, setzen mehr Agenten ein und erzeugen mehr Anfragen. Uber hatte beispielsweise bereits nach vier Monaten sein KI-Budget für 2026 aufgebraucht.
Artikel bei FortuneAtlassian-Chef Mike Cannon-Brookes warnt Unternehmen inzwischen ausdrücklich davor, die KI-Nutzung unkontrolliert auszuweiten. Bei sehr großen Tokenmengen werden die Kosten zu einem wesentlichen Managementthema. Er empfiehlt, nicht für einfache Aufgaben unnötig leistungsfähige Modelle einzusetzen.
Artikel bei The TimesBeschäftigte sparen durch KI laut der zitierten Untersuchung durchschnittlich nur etwa 14 Minuten pro Woche netto. Ein großer Teil der eingesparten Zeit wird durch Fact-Checking und Validierung wieder verbraucht. Bei Führungskräften stehen etwa 16 Minuten Zeitersparnis rund vier Stunden Validierungsarbeit gegenüber.
Artikel bei TechRadar85 % der befragten Beschäftigten berichten von Zeitersparnis durch KI. Gleichzeitig werden laut der zitierten Workday-Untersuchung etwa 40 % dieser Einsparungen durch Korrekturen und Nacharbeit wieder aufgezehrt.
Artikel bei The AustralianDer Begriff „Botsitting“ beschreibt die zusätzliche Arbeit rund um KI: Kontext liefern, Ergebnisse überwachen, Fehler beheben, KI-Ausgaben bereinigen und zwischen verschiedenen KI-Tools wechseln. Ein Bericht von WalkMe kommt laut CIO auf nahezu acht Stunden pro Woche.
Artikel bei CIOEine weitere Untersuchung kommt auf etwa 6,4 Stunden pro Woche, die Beschäftigte mit dem Füttern von Kontext, Überwachung, Debugging, Bereinigung von KI-Ergebnissen und dem Wechsel zwischen KI-Tools verbringen. Nur 13 % der Befragten sagen laut der Untersuchung, dass KI die Unternehmensleistung deutlich verbessert habe.
Artikel bei CIO72 % der befragten Entwickler nutzen KI täglich. Gleichzeitig sagen 38 %, dass die Überprüfung von KI-generiertem Code mehr Zeit benötigt als die Überprüfung von Code menschlicher Kollegen. 96 % vertrauen KI-Code außerdem nicht vollständig.
Artikel bei ITProEine weitere Untersuchung berichtet, dass trotz höherer Geschwindigkeit bei der Code-Erzeugung 81 % der Entwickler inzwischen mehr Zeit mit Code Reviews verbringen. Damit entsteht eine Art „unsichtbare Arbeit“, die in klassischen Produktivitätsmetriken leicht übersehen wird.
Artikel bei ITProDie Meldungen bedeuten nicht, dass KI generell unwirtschaftlich ist. Das wäre eine falsche Schlussfolgerung.
Das Problem liegt vielmehr darin, dass häufig nur die direkte Arbeitszeit der KI betrachtet wird. Für eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung müssen zusätzlich berücksichtigt werden:
Daraus ergibt sich eine wichtige Unterscheidung: „Die KI erledigt die Aufgabe in 30 Sekunden“ ist nicht dasselbe wie „Der gesamte Prozess ist 30 Sekunden schneller“.
Besonders attraktiv bleibt KI dort, wo der Output leicht überprüfbar, die Aufgabe wiederholbar und der Fehlerpreis gering ist. Bei komplexen Aufgaben mit hohem Prüfbedarf kann die vermeintliche Zeitersparnis dagegen deutlich kleiner werden oder sogar ins Negative kippen.
Die Gegenposition sollte nicht unterschlagen werden: Es gibt Aufgaben, bei denen trotz Nachbearbeitung ein erheblicher Nettoeffekt bleibt. Bei einer wissenschaftlichen Datenextraktion wurden laut einer veröffentlichten Untersuchung zunächst rund 97 % Zeitersparnis durch KI gemessen. Nach Vor- und Nachbearbeitung sowie menschlicher Qualitätskontrolle blieben immer noch rund 52 % Netto-Zeitersparnis.
Das spricht dafür, dass nicht „KI ja oder nein“, sondern die konkrete Prozessgestaltung entscheidend ist.
Studie / White PaperDie aktuelle Nachrichtenlage zeigt einen Übergang von der ersten KI-Euphorie zu einer nüchterneren Phase: Unternehmen messen zunehmend nicht mehr nur, was KI erzeugen kann, sondern was der komplette KI-gestützte Prozess tatsächlich kostet.
Die drei wichtigsten Kennzahlen sind daher:
Erst diese drei Werte erlauben eine belastbare Aussage darüber, ob KI einen Arbeitsplatz, eine Tätigkeit oder einen Geschäftsprozess tatsächlich günstiger und schneller macht.
Stand der Recherche: 13.08.2026. Die genannten Zahlen stammen aus den jeweils verlinkten Berichten und Studien; einzelne Ergebnisse sind Umfragewerte und daher nicht automatisch auf alle Unternehmen übertragbar.