Warum Linux?
Ich nutze Linux nicht, weil ich mich gerne mit meinem Betriebssystem beschäftige. Im Gegenteil: Ich möchte, dass mein Rechner zuverlässig funktioniert und mich möglichst wenig bei meiner Arbeit stört. Genau das schätze ich an Linux.
Für mich bedeutet ein eigener Computer auch, selbst zu entscheiden, was darauf passiert – und vor allem wann. Ich kann Updates installieren, wenn es für mich passt. Ich kann automatische Updates abschalten oder bewusst steuern. Ich muss nicht bei einem Neustart darauf warten, dass das Betriebssystem erst noch irgendeinen Update-Vorgang beendet, und ich werde nicht ständig zu Neustarts gedrängt.
Stabilität
Mein System soll verlässlich laufen und nicht überraschend sein Verhalten ändern.
Kontrolle
Ich entscheide selbst, wann Updates, Neustarts und Änderungen stattfinden.
Keine Zwangspausen
Herunterfahren und neu starten soll dann passieren, wenn ich es möchte.
Mein Rechner, meine Regeln
Das Betriebssystem ist für mich ein Werkzeug – nicht derjenige, der den Zeitplan vorgibt.
Nur benutzen? Mir ist das zu wenig.
Freie Software entsteht, weil Menschen etwas beitragen: Programmcode, Übersetzungen, Dokumentation, Fehlermeldungen, Tests, Support – oder schlicht Infrastruktur und Bandbreite.
Ich bin nicht an jeder dieser Stellen beteiligt. Aber ich kann etwas anderes zur Verfügung stellen: einen Teil meiner Internetleitung und etwas Speicherplatz. Deshalb lasse ich offizielle Xubuntu-Installationsabbilder über Transmission weiterlaufen, nachdem mein eigener Download längst abgeschlossen ist.
Das nennt man Seeding. Wenn jemand dieselbe ISO per BitTorrent herunterlädt, können Teile der Datei direkt von meinem Rechner kommen. Dadurch verteilt sich die Last auf viele Teilnehmer, statt dass jeder Download ausschließlich von einem Projektserver oder Mirror kommen muss.
Für mich ist das eine sehr einfache Form, etwas zurückzugeben. Ich profitiere seit Jahren von freier Software. Also kann mein Rechner im Gegenzug ruhig ein wenig mithelfen, sie an andere weiterzugeben.
BitTorrent ist nicht automatisch illegal.
BitTorrent ist zunächst nur eine Technik zur Verteilung von Dateien. Ob eine Übertragung erlaubt ist, hängt davon ab, was verteilt wird und ob man dazu die entsprechenden Rechte hat.
In meinem Fall geht es um unveränderte, offizielle Xubuntu- bzw. Ubuntu-Installationsabbilder. Canonical erlaubt ausdrücklich die Weiterverteilung unveränderter Ubuntu-Abbilder. Xubuntu selbst bietet für seine Veröffentlichungen offizielle Torrent-Dateien an und empfiehlt diese Downloadmethode sogar.
Ich verbreite also keine "Raubkopien", sondern beteilige mich an einem ausdrücklich vorgesehenen Verteilungsweg für freie Software.
Hinweis: Entscheidend ist immer, dass tatsächlich die unveränderten offiziellen Abbilder weitergegeben werden.
Ein kleiner Beitrag ist trotzdem ein Beitrag.
Ich entwickle Xubuntu nicht und betreibe keinen großen Mirror-Server. Mein Beitrag ist viel unspektakulärer: Mein Rechner ist ohnehin da, meine Internetleitung auch. Wenn beides dabei helfen kann, dass jemand irgendwo auf der Welt Linux schneller oder ohne zusätzliche Last für die Projektserver herunterladen kann, dann lasse ich Transmission gerne weiterlaufen.
Linux gibt mir Freiheit und Kontrolle über meinen eigenen Rechner. Das Seeding offizieller Images ist eine kleine Möglichkeit, der Community, von der ich selbst profitiere, etwas davon zurückzugeben.
